artwork by tomasz marcin fudala
in staunender verehrung gewidmet
dem ursprünglichen wunder: dem bewußtsein
deinem bewußtsein
das thema meiner arbeiten ist die zirkulation des bewußtseins
zwischen dem persönlichen ich und dem universellen ICH BIN
An einem frühen Morgen, als die Blumen noch weit oben in den weichen Wolken schlummerten und der liebliche Mond lächelnd sein silbernes Licht über die Auen streute, erwachte plötzlich eine kleine Blume aus einem seltsamen Traum.
Sie erinnerte sich... da erzählte der Regenbogen der alten ehrwürdigen Kröte eine unheimliche Geschichte.
Die weise Kröte wohnte gleich am Flussufer, tief in der Erde unter der Wurzel einer riesigen Weide, deren Zweige wie lange Haare zärtlich die wirbelnde Wasseroberfläche streichelten. Sie kam heraus aus ihrer Höhle, um den alten Freund den Lichtbogen zu begrüßen. Und wie immer redeten sie lange miteinnander.
Da sprach der Glitzerbogen:
Es war einmal ein blauer Planet in den Weiten des Kosmos. Er drehte sich um eine wunderschöne kleine Sonne. Welch entzückender Anblick! Dort gab es ganze Ozeane kristallklaren Wassers, prächtige Inseln und Kontinente. Alles voller Leben. Eine atemberaubende Vielfalt. Und dann oben und unten wie Sahnehäubchen aussehendes Eis. Einfach zum Verlieben! Das war die Heimat einer äußerst interessanten Lebensform. Sie nannte sich Mensch und glaubte…
Der Regenbogen seufzte, machte eine kleine Pause. Dann erzählte er weiter.
... die Menschen glaubten unter anderem an das Paradies. Aber erst nach dem Tod! Kein Wunder, dass sie ausgestorben sind. Es wird erzählt, dass die Menschen sich selbst vernichtet haben. Der einst zartblaue Planet wurde braun und schrumpelig wie eine verkohlte Kartoffel… da war es zu spät.
Die Kröte hörte ruhig zu. Nur ihre Augen wurden immer größer und größer.
... alles fing an... setzte der Glitzerbogen fort... als der Dunkle Stern die Erde mit seinem finsteren Licht überflutete. Da schlossen sich erschrocken der Menschen Herzen wie Blumen bei Einbruch der Nacht. So kalt und unheimlich war das leere Licht.
Dadurch wurde die Verbindung zwischen Herz und Kopf, zwischen Gefühl und Verstand durchtrennt, und nun tauchte im Kopf der Menschheit ein neuer Gedanke auf. Es erschien ein neues Ich, das nur eine Erinnerung, ein Echo, ein Reflex des einen allumfassenden ICH BIN war.
Von dem neuen Ich ausgehend erschuf der Verstand eine Scheinwelt, die wie eine Mauer die Menschen von der einen Wirklichkeit trennte. In der Vorstellung wurde das Sein in Stücke zerteilt: Tag und Nacht, Sonne und Mond, Leben und Tod, Wasser und Feuer, Mensch und Gott, Himmel und Erde wurden von nun an als von sich getrennte Erscheinungen betrachtet und die mal als gut und mal als böse beurteilt .
Der Regenbogen wurde still, flimmerte auf. Er bekam eine Gänsehaut bei der Geschichte. Dann erzählte er weiter.
... das alles machte die Menschen unglücklich. Aus der Angst und Verzweiflung wuchsen drei neue, bis dahin unbekannte Charaktereigenschaften heraus. Es waren Stolz, Hass und Gier. Von dieser Zeit an strebten die Menschen nach Macht. Die Gierigsten unter diesen herrschten von nun an. Und um die eigene Position zu sichern, erfanden sie schwere Strafen. Was aber noch viel schlimmer war: Sie verdrehten die Wahrheit und kreierten eine neue Instanz, die sie Gott nannten. Dieser Gott thronte, genau wie sie selbst, über der Welt und bestrafte die Menschen mit unendlich langen Qualen. Nur für die Angepassten wartete der Himmel nach dem Tod. Das wurde der Menschen einziger Trost und Hoffnung. Es kam so weit, dass Verwirrung und Krankheit alltäglich wurden und die Menschen nicht mehr die Wahrheit von der Lüge unterscheiden konnten.
Ja ja ja… die Kröte lächelte nur milde... Schicksal... sagte sie.
Der Glitzerbogen machte eine längere Pause und das kleine Blümchen fühlte in sich hinein.
Wie schrecklich... dachte sie... , dass die Menschen vergessen konnten, wer sie sind, und dass sie das Wunder des Lebens in sich nicht mehr gefühlt haben und dass wir doch alle untrennbar miteinander verbunden sind! Oh Nein!... sie zitterte... die Menschen hätten doch auch frei sein können!
Ein kalter Schauer kribbelte von ihrer kleinen Wurzel bis tief in den Erdkern. Da schnurrte beruhigend die bezaubernde Königin Erde zurück: Hab keine Angst, mein Liebling, das ist nur ein Traum... ein flüchtiger Traum...
Da beruhigte sich die kleine Blume und staunend blickte sie auf, denn genau in diesem Augenblick durchströmte ein Windhauch den funkelnden Bogen.
Alle Tröpfchen tanzten im Licht und sangen mit glitzernden Stimmchen. Im Einklang vereinten sie sich zu der einen, summenden Regenbogenstimme, die die Geschichte nun weitererzählte.
... es gab immer wieder Menschen, die die Wahrheit erkannt hatten. Die Wahrheit die Alle aus den zwängen der Macht befreien konnte. Sie waren für die Herrschenden eine grosse Gefahr, und so wurden sie eingekerkert oder getötet und ihre Worte völlig verdreht. Die Menschen sollten nicht erfahren, dass es nur ein allumfassendes Bewusstsein gibt und dass jedes Lebewesen der Mittelpunkt des Ganzen ist. Mittelpunkt des einen grenzenlosen ICH BIN.
Ja ja ja... murmelte die Kröte... das kann man nur mit dem Herzen verstehen. Es gibt nur eine Medizin für den Menschen. Er muss unbedingt begreifen, dass es nur Einssein gibt, und es ist bereits vollkommen. Der Mensch gleicht dem wahnsinnig gewordenen König, der wie besessen sein ganzes Reich durchsucht auf der Suche nach dem König. Er wird ihn nie finden, so lange er nicht erkennt, dass er es ist, den er die ganze Zeit suchte.
Der Regenbogen kicherte. Nach einer Weile sagte er...
… wie wahr, meine Schöne. Ach ja! Die Geschichte möchte ich Dir noch weiter erzählen: Eines Tages geschah etwas Sonderbares. Genau in dem Augenblick, als das Zentrum der Galaxie, Sonne und Erde genau in einer Reihe standen, wie Perlen an einem Band, kam ein Kind auf die Welt. Die ganze Menschheit atmete im selben Moment auf. Der Name von dem Kind war…
Da ertönte ein tiefer Klang in der Luft und der erste Sonnenbote erreichte die kleine Blume, die sich gerade an ihren Traum erinnerte. Die lachende Sonne schaute über dem Saum der Berge. Myriaden von Tautropfen funkelten auf in ihrem Licht. Die kleine Blume vergaß den Traum. Voller Entzücken und im Einklang mit dem Universum wußte sie mit ihrem ganzen Herzen: ICH BIN das ICH BIN
für alle, die gerne die linke gehirnhälfte benutzen, hier das gleiche nochmal:
... wer ist das ... ich ?
das ich ist der beginn aller untersuchungen und fragen
denn erst muss dieses ich vorhanden sein
von dieser ausgangsvoraussetzung gehen alle gedanklichen bewegungen aus
die erste frage lautet also:
wer bin ich ?
von dieser ich-perspektive gibt es drei zustände, die alle gleich erleben
das sogenannte wach sein - "kollektive" interaktion/erlebnis ebene
den sogenannten traum - "persönliche" interaktion/erlebnis ebene
und den tiefschlaf - die abwesenheit des ich empfindung
das ganze leben spielt sich in diesen drei phasen ab ... wo bei die erinnerung selektiv nur den wachzustand
erfasst der traum entzieht sich langsam der bewussten erinnerung und an tiefschlaf hat sich noch niemand erinnert ...
doch da ist noch mehr ... der alles transzendierende urgrund
das ich ist ein gedanke, der mit inhalten beladen wird ... es sind erinnerungen unterschiedlicher art ...
auch wissen ist eine erinnerung
an das was ich zu seien glaube, muss ich mich auch erinnern können ...
eine person (lateinisch persona-maske) erhält erst dadurch eine kontinuität
das ich ist ein bündel gedanken und gefühle, die wie treibgut auf der oberfläche des bewussten driften ...
um dieses ich zu erfinden und zu entwickeln, damit zwischen den einzelnen ichs eine interaktion möglich wird, bedarf es eines mediums als grundlage
diese basis ist das bewusstsein
keine wahrnehmung, gefühl, gedanke, vision, idee, traum oder illusion ist möglich ohne bewusstsein
... das bewusstsein ist die leinwand des lebens ...die objektive leere ...
es ist der ozean der möglichkeiten ... die subjektive fülle ...
es funktioniert wie eine quelle ... es wirbelt ... sprudelt ... aus sich heraus
das bewusstsein gewährt sich selbst ...
bewusstsein ist die grundvoraussetzung für das was wir leben nennen
... denn auch wenn alles materielle so vorhanden erscheint so ist es nichts anderes als eine erscheinung im bewusstsein ...
das bewusstsein schwingt zwischen ruhe und bewegung, einheit und vielfallt, formlosigkeit und form, grenzenlosem und begrenztem, nichts und allem, uniformität und differenziertheit ...
das bewusstsein hat eine innere ordnung, struktur, gesetz nach dem es einfach funktioniert
dadurch kann von entscheidungen treffen keine rede sein
das bewusstsein handelt nicht, es macht gar nichts ... es ist einfach was es ist und dadurch geschieht das was geschieht ...
und in wirklichkeit geschieht überhaupt nichts!
das eine bewusstsein kann nicht geteilt werden, aber um das unbegreifbare etwas fassbarer zu machen, kann es in 4 entwicklungschritten beschrieben werden:
1. bewusstsein in ruhe, quelle der existenz, in welche alles als potentielle möglichkeit bereits vorhanden ist
es ist die vollkommene stille, grenzenloser frieden...
in diesem "nichts" zustand ist das bewusstsein körperlos, es kann sich nicht wahrnehmen und will es auch nicht ...
warum auch ...
und außerdem, was oder wen?
diese phase betrachtend, könnte frau/mann sagen, dass es das bewusstsein gar nicht gibt ...
doch dieses "nichts" ist die fülle ...
es ist ... "die stille" ... die als einzige ohne ursache existiert ... ohne anfang und ende ...
dieses unerklärliche wunder bewusstsein in ruhe war/ist/wird bewusstsein in bewegung doch das bedeutet nicht dass die stille dadurch nicht mehr ist, sie ist immer vorhanden unabhängig ob sich in ihr etwas abspielt oder nicht
2. das ICH BIN
das reine bewusstsein, das selbst, das unpersönliche ich
sich selber vollkommen bewusst
"jenseits" von zeit und raum, beginn und ende, dualität
immer vollendet "schwebend"
in frieden, stille, freudem, glück ...
3. identifiziertes bewusstsein, die person, das ich ... das ego ist eine funktionelle notwendigkeit, damit alle die gefühle/gedanken entstehen können ...
damit ein mensch in einer gesellschaft agiert und alle die zwischenmenschlichen beziehungen erleben kann ...
damit die sogenannte evolution entsteht ...
4. bewusstsein in bewegung ist das manifestierte universum ... es ist die polarität, dualität ...
es ist der körper
erster klang und alles erscheint ... gleichzeitig, sofort, vollkommen spontan, fertig ... jeden augenblick neu ... die ewige wiederkehr des gleichen
die bewegung des bewusstseins ist die einzige kraft, macht die es gibt ...
das ist der wille der durch alles und in allem tätig ist ... es gibt nur den einen willen
andere wörte für das bewusstsein sind unter anderem:
stille , frieden , glückseligkeit , das eine, das ganze, das ungeteilte, das grenzenlose, das jetzt , das nichts, absolutes, sein, liebe, tao, chi, atman, gott, ICH-ICH, ICH-BIN, urprinzip, kosmische gesetz, quelle, realität, potential, noumenon ...
diese liste ist sehr lang und zieht sich durch alle sprachen und jahrtausende ...
je nachdem wann, wo und welcher aspekt gerade gemeint war wurden unterschiedliche namen und bezeichnungen verwendet dafür, was nicht in ein wort passt ... doch schliesslich ist immer das gleiche
und dasselbe gemeint worden ...
alles ist bewusstsein ... da gibt es keine ebenen, stufen, phasen, hierarchie oder aufgabenverteilung ...
von dieser einzig wahren, immer gleich bleibenden perspektive hat die schöpfung nie stattgefunden somit auch keine auflösung, es gibt keine kausalität ... raum, zeit, energie, materie, dimensionen, diesseits, jenseits,himmel, hölle,reinkarnation, du, ich und alles was sonst noch möglich ist existiert nur als vorstellung ...
wo?
wer will es wissen?
wer oder was sucht?
das was sucht ist das gesuchte
das gesuchte ist das was sucht
alles "denkbare" ist ein konzept
... und hat die einzige aufgabe dich aufmerksam zu machen auf das was du wirklich bist!
jetzt!
